25. April 2019

crenet Fachdialog: KI – Hype oder Heilsbringer?

Programme auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) wurden vor einigen Jahren erstmals beim Schach eingesetzt – und sorgten für großes Aufsehen: Das erste Mal wurde der Mensch von einer Maschine geschlagen, die ihr Wissen eigenständig gelernt und eingesetzt hatte. Inzwischen wird künstliche Intelligenz in vielen Lebensbereichen genutzt, ob bei der Spracherkennung, dem autonomen Fahren oder der Analyse im Gesundheitsbereich. Und die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft. Doch mit den vermehrten Einsatzfeldern steigen die Anforderungen – sowohl die technischen als auch die ethischen. Welche Perspektiven bietet KI? Und welche Risiken gehen damit einher? Diese und andere Fragen diskutierten Experten aus unterschiedlichen Branchen im Rahmen des „crenet Fachdialogs“ im April in den Räumen der BEOS in Berlin.

Einen tiefen Einblick in das Thema und die damit verbundenen Möglichkeiten und Herausforderungen boten die Referenten Dr. Philipp Päuser und Daniel Seifert-Ziehe. Nach der Begrüßung durch Hendrik Staiger, Vorstandsvorsitzender crenet Deutschland e. V. und Vorstandsmitglied der BEOS AG, übernahm Dr. Philipp Päuser, COO von Architrave, das Wort. Seine Firma steht für die Digitalisierung des Asset- und Property-Managements durch die digitale Aufbereitung wichtiger Daten. Sein Vortrag „KI: Gestern, heute, morgen“ sorgte für rege Diskussionen. Tenor: Obwohl sich die künstliche Intelligenz rasant entwickelt, kommt es stets auf den Content an, mit der sie operieren kann: KI ist immer nur so klug wie ihre Datenbasis. Der zweite Impuls mit dem Titel „Die Quadratur des Kreises – KI im Immobilienlebenszyklus“ kam von Daniel Seifert-Ziehe, Leiter Digital Solutions bei BEOS. Er beleuchtete den aktuellen Stand sowie die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz in der Immobilienwirtschaft – bei der Entwicklung von Immobilienprojekten über das operative Management bis hin zur Entscheidungshilfe für Investments. Auch wenn die Branche „noch in den Kinderschuhen“ stecke, gebe es bereits heutzutage vielversprechende Ansätze, wie die Digitalisierung und speziell KI die Arbeitswelt unterstützen könne. BEOS gehöre in diesem Bereich zu den Vorreitern der Branche. Schon heute würden viele Prozesse des Unternehmens und einzelne Geschäftsmodelle mithilfe künstlicher Intelligenz optimiert. Und Digital-Solutions-Leiter Seifert-Ziehe ist sich sicher, dass die Entwicklung schneller voranschreiten wird, als viele dies erwarten: „Aktuell gibt es bei vielen Digitalthemen – unter anderem auch KI – noch klare technische Grenzen. Diese werden aber nach und nach weniger. Deshalb müssen wir jetzt unsere Abwehrhaltung abbauen, um für die vielfältigen Anwendungen vorbereitet zu sein.“

Auch nach den Impulsvorträgen war der Abend durch einen lebhaften Austausch geprägt. Dabei wurde das Thema KI nicht nur unter fachlichen und wirtschaftlichen Aspekten, sondern auch unter moralischen Gesichtspunkten leidenschaftlich diskutiert.

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