24. September 2019

Nachhaltigkeit – eine Frage der Haltung

„Sind wir Verhinderer oder Veränderer?“ Mit dieser Frage eröffnete der renommierte Redner Andreas Huber seine Keynote beim diesjährigen BEOS- und BEREM-Teammeeting – und zielte auf ein zentrales Thema unserer Zeit ab: Nachhaltigkeit. Der Umgang mit den daran geknüpften Herausforderungen sei in erster Linie eine Frage der Haltung, und diese zu entwickeln sei ebenso notwendig wie anspruchsvoll. Das gelte für jeden Einzelnen und für Unternehmen gleichermaßen.

Warum ein Umdenken zwingend erforderlich ist, zeigte Andreas Huber an verschiedenen Beispielen wie dem Verbrauch von fruchtbarem Boden oder der Klimaerwärmung. Was alle Beispiele verbindet: Der Mensch bringt Jahrtausende währende Gleichgewichte aus dem Takt. Möglich ist dies einerseits durch immer bessere Technologien – die den Menschen immer mächtiger werden lassen – und andererseits aufgrund eines immer geringeren Verantwortungsgefühls dafür, welche Folgen beziehungsweise Schäden menschliches Handeln zur Folge hat. Oder wie Andreas Huber es ausdrückt: Der Mensch nimmt sich nicht mehr als in einer Beziehung oder verbunden mit dem Ökosystem wahr. Als Beziehung sei das Zusammenwirken von Erde und Mensch jedoch zu betrachten. In dieser Beziehung sei der Mensch immer mehr zum „Nehmer“ geworden. Bedürfnisse wie die nach möglichst günstiger Kleidung oder billigen Nahrungsmitteln verstärkten das Ungleichgewicht.

Neue Rahmenbedingungen verändern Unternehmen

Ein Bewusstsein für diese Probleme haben Huber zufolge jene jungen Menschen entwickelt, die sich in der Fridays-for-Future-Bewegung organisieren. In ihr erkennt er mehr als nur einen vorübergehenden Trend. Vielmehr wird diese Generation ihre Haltung zu Nachhaltigkeit mit sich tragen – in ihrem Konsumverhalten ebenso wie in die Ausbildung und ihr Berufsleben –, und so Märkte und Unternehmen verändern. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie sich auf veränderte Anforderungen künftiger Arbeitnehmer einstellen müssen, und das geht weit über eine ökologische Perspektive hinaus.

Andreas Huber schloss seinen Impulsvortrag mit einer Bitte: „Haben Sie keine Angst vor Neuem, lassen Sie sich darauf ein.“ Nur wenn wir – und das schließe Unternehmen ein – vom Standpunkt zur Weitsicht kämen und eine Haltung zu den Dingen entwickelten, lasse sich der Strukturwandel meistern. Ganz im Sinne dieser Aussage und des BEOS-Leitmotivs „weiter denken“ machte das BEOS- und BEREM-Team im weiteren Verlauf des Teammeetings den ersten Schritt und betrachtete im Format des World Cafés verschiedene Wirkungsfelder des Unternehmens aus der Perspektive der Nachhaltigkeit.

Impulse für den Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit: Andreas Huber beim BEOS- und BEREM-Teammeeting im September 2019