7. April 2021

Sicherer Hafen oder doch Luftnummer – wie entwickelt sich der Investmentstandort Deutschland?

Die Corona-Pandemie hat die Karten auch auf den Immobilienmärkten neu gemischt. Daher ist die Frage nur allzu berechtigt, ob Deutschland seinen Status als sicherer Anlagehafen angesichts der aktuellen Situation weiterhin behaupten kann.

Ein wichtiger Faktor, der für Stabilität spricht, sind die soliden Marktzahlen. Zwar gab es im Corona-Jahr 2020 für Gewerbeimmobilien einige Einbußen bei den Vermietungszahlen. Dabei müssen jedoch mehrere Aspekte beachtet werden: Erstens war 2019 gemäß der Marktdaten der großen Maklerhäuser wie CBRE, Colliers und JLL ein absolutes Rekordjahr. Zweitens sind für die kommenden Jahre bereits zahlreiche Flächen vorvermietet.

Das Investorenvertrauen ist weiterhin hoch

Noch entscheidender ist die Ansicht der institutionellen Investoren aus ganz Europa, über die eine aktuelle Umfrage des Immobiliendienstleisters CBRE Aufschluss gibt. Der „Deutschland Investors’ Intentions Survey“ zufolge will mehr als die Hälfte aller befragten Investoren ihre Zukäufe in Deutschland verglichen mit 2020 weiter verstärken. Nur ein sehr geringer Anteil plant 2021 mit einer geringeren Aktivität in der Bundesrepublik.

Auch das Ranking der europäischen Länder fällt für die hiesigen Märkte äußerst positiv aus: Die Investoren wurden von CBRE gebeten, die aussichtsreichsten Investmentstandorte außerhalb ihrer eigenen Landesgrenzen zu nennen. Mit Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und München erreichten dabei vier deutsche Metropolen ein Top-10-Ergebnis. Auf nationaler Ebene führt Deutschland die Rangliste der europäischen Länder (inklusive dem Vereinigten Königreich) sogar an.

Quelle: CBRE Research

Hohes Sicherheitsbedürfnis

Hinzu kommt, dass in Deutschland nach wie vor stabile wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen existieren. Der Status als „Safe Haven“ erscheint rund zwölf Monate nach dem Aufkommen von COVID-19 gefestigter denn je: Vor allem sicherheitsbewusste Anleger fokussieren sich noch stärker auf defensive deutsche Investments, überwiegend im Core-Segment. Der CBRE-Umfrage zufolge ist dabei das Interesse nach deutschen Logistik- und Industrieimmobilien besonders hoch. In diese Kategorie fallen auch Unternehmensimmobilien, obwohl nicht explizit nach dieser Assetklasse gefragt wurde. Dieser Aspekt geht mit dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis auf dem Immobilieninvestmentmarkt Hand in Hand. Schließlich profitieren die Segmente Logistik und (leichte) Industrie stark von Megatrends wie Digitalisierung und E-Commerce – genau wie von einer neuen Regionalität bei der Produktion.